Das Projekt

Unsere Idee

Die Justizvollzugsanstalt Freiburg (JVA) liegt zwar mitten in der Stadt, wird aber als „Blinder Fleck“ häufig vergessen und verdrängt. Das gilt auch für die Menschen, die dort häufig Jahrzehnte ihres Lebens verbringen müssen oder dort arbeiten.

Mit unserem Foto- und Informationsprojekt wollen wir diesen verdrängten Teil der Stadt für die Stadtbevölkerung „sichtbar“ machen und eine Auseinandersetzung mit  Strafvollzug, Resozialisierung und Wegen zurück in die Gesellschaft anregen. 

"Strafraum - Absitzen in Freiburg" wurde von Britt Schilling (Fotografin) und Reinhild Dettmer-Finke (Filmemacherin) unter dem Dach der Freiburger Bürgerstiftung in Zusammenarbeit mit der JVA Freiburg anläßlich von 900-Jahre Freiburg initiiert. 

Die Ausstellung

Britt Schilling, die seit über drei Jahren als Ehrenamtliche am wöchentlichen Gesprächskreis mit Gefängnispfarrer Michael Philippi in der JVA teilnimmt, setzt sich künstlerisch mit der Thematik „Transparenz“ auseinander.

Über neun Monate werden auf Außenmauern der JVA ihre vierzig großformatigen Fotoarbeiten öffentlich zugänglich sein. Entlang der Hermann-Herder-Strasse ist das Innere von zwanzig Hafträumen zu sehen.
Eine zweite Fotostrecke zeigt die Gefangenen selbst auf Stühlen sitzend in einer Rückenansicht, um ihre Anonymität zu wahren. Nur im Innenbereich sind sie von vorne zu sehen und machen so die Mauer durchlässig. 

Aus den Fotoplanen werden in der JVA  Taschen gefertigt. Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen in einen Opfer-Fonds.

Das Begleitprogramm

Reinhild Dettmer-Finke ist Projektleiterin und auch für das Begleitprogramm verantwortlich. 

Ab Herbst 2020 wird es parallel zur Fotoausstellung ein Informationsprogramm mit dem Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht, dem Kommunalen Kino und der Evangelischen Hochschule Freiburg geben. In Veranstaltungen und Filmen fragen wir „Wozu straft eine Gesellschaft?“, untersuchen den Balanceakt "Zwischen Freiheit und Sicherheit" und interessieren uns für "Alternativen zum Strafvollzug".

Die Veranstaltungstermine sind auf den Spätherbst 2020 bzw. Anfang 2021 verschoben. Das Begleitbuch wird im Mai 2020 erscheinen.